Freiwillige Feuerwehr
Heroldsberg

Geschichte der Feuerwehr Heroldsberg 1.Teil

Die Freiwillige Feuerwehr Heroldsberg wurde am 19. Dezember 1869 gegründet. Zuvor bestand eine Feuergilde, bei der es die Plicht jeden Bürgers war im Brandfall zu helfen. Wie wenig diese Plicht Ernst genommen wurde zeigt ein Protokoll unterzeichnet von Bürgermeister Raab und den Mitgliedern der Gemeindeverwaltung :

"Da die unterzeichnete Gemeindeverwaltung bei dem ohnlängst dahier ausgebrochenem Brande die sehr mißliebige Wahrnehmung machte, daß viele hiesige, namentlich  zu den besten Arbeitskräften zählende Personen müßige Zuschauer machten und sich sogar auf Aufforderung nicht zu arbeiten bewegen ließen , so sieht sich dieselbe veranlasst in ihrer heutigen Sitzung folgende Feuerlöschordnung zu erlassen , welcher sich jeder hierzu Bestimmter ohne genügenden Ablehnungsgrund zu unterwerfen hat. "

"Sobald Feuer im Ort ausbricht , ist es unbedingt notwendig, daß zwei Feuerreiter auf die umliegenden Ortschaften nach Kalchreuth und Eschenau reiten und dort bei dem Bürgermeister die Anzeige machen und um Hilfesendung anrufen. "

"Zu solchen werden aufgestellt:

 Erstens :       Wolfgang Langfrietz

 Zweitens:      Wolfgang Distler

Als Reserve:

Erstens:         Paul Munker

Zweitens:       Georg Holweg

Der erste Feuerreiter Langfritz hat nach Kalchreuth und der zweite , Distler nach Eschenau zu reiten. "

Es sind auch schon 2 Löschmaschinen vorhanden. Eine davon, übrigens eine Schenkung der Münchner-Aachener Versicherung  ist heute noch bei der Freiwilligen Feuerwehr Heroldsberg vorhanden.

" Bezüglich des Einspannens in die beiden Löschmaschinen wird bestimmt, daß solches von den Pferdebesitzern der Reiehnfolge nach außer dem Orte geleistet werden muß; zu diesem Dienste sind 2 Anspannbesitzer erforderlich, im Ort selbst wird von den erst Herbeigeeilten in die Maschinen gespannt ."

Es werden 4 Spritzenmeister ernannt und zwar :

1.  Johann Hofmann, Schmiedemeister

2.  Nikolaus Schwemmer, Schmiedemeister

3.  Lorenz Friedrich

4.  Nikolaus Wießner

" Kommt ein Brand außerhalb des Ortes vor, so dürfen nur die beiden Spritzenmeister Platz auf der Löschmaschine nehmen. Alle anderen haben unter keiner Bedingung ein Recht darauf. Sollte es trotzdem vorkommen, daß sich andere auch draufsetzen, so sind dieselben von dem Spritzenmeister dem Bürgermeister anzugeben"

Vom 19. Dezember 1869 besteht ein weiteres Protokoll über die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr, der Gemeinde Heroldsberg, Praes. Bürgermeister Raab, in den auch die Statuten der Feuerwehr enthalten sind.

"Angesicht der im heutigen Jahre häufig ausgebrochenen Feuerbrünsten in unserem Bayernland, welche so großen Schaden zur Folge hatten, wurde auch unser Nachbarort Kalchreuth mit einer solchen heimgesucht und hat dieses furchtbare Element einen bedeutenden Schaden dort angerichtet.

Auch in unserer Gemeinde haben wir zwei ausgebrochene Feuerbrünste zu melden, von denen jedoch die erste glücklicherweise im Entstehen gedämpft wurde. Die zweite aber mit rasender Schnelle ein Gebäude als Opfer dahinraffte.

Daß aber in den meisten Orten bei ausgebrochenen Brand, sowie auch hier Rathlosigkeit, Verwirrung und was im tiefsten zu beklagen ist, von Seiten der Herbeigeeilten, wenig Arbeit gezeigt wird, und dadurch nur dem grimmigen Elemente Vorschub geleistet wird und den Versicherunggesellschaften beträchlicher Schaden durch hohe Zahlungen erwächst, dürfte nur da zu suchen sein, daß uns eine Feuerwehr mangelt.

Einer gut ausgerüstete und organisierte Feuerwehr ist immer in Stande, Großes und Ersprießliches zu leisten: ich erlaube mir daher in heutiger Versammlung, die Gemeinde mit allem Ernste darauf hinzuweisen, wie von großem Nutzen eine Feuerwehr für hiesige große Gemeinde wäre, und fordere zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr alle Laufhandwerker, sowie alle junge kräftige Leute zu Eintritt in solche auf "

 

Fortsetzung folgt ! Entnommen aus der Festschrift 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heroldsberg