Freiwillige Feuerwehr
Heroldsberg

Geschichte der Feuerwehr Heroldsberg 2.Teil

Über die Finanzierung eines solchen Vorhaben war man sich im Klaren.

Was den Kostenpunkt zur Beschaffung der nothwendigsten Requisiten betrifft, so soll derselbe durch einzureichend Bittgesuche um Unterstützungsbeiträge bei den hier arbeitenden Feuerversicherungsgesellschaften über Mobiliar sowie bei der allgemeinen Landeskasse für Gebäude, einesheils erhoff, und der Rest soll durch freiwillige Beiträge hiesiger Bestgesinnter gedeckt werden.

Außerdem wird noch hierzu bemerkt, daß bereits Versprechen von je 25 FL (Flämische Gulden) von der Berlinschen und von der Münchner Hypothek- und Wechselbank gemacht worden sind.

Da sich der weitaus größte Theil Anwesender mit dem Angeregtem zufrieden erklärte, so fordere ich zum Beitritt durch Namensunterzeichnung auf und lege folgende Statuten dem Verein zu Grunde"

Es würde zu umfangreich werden alle nun von der Gemeindeverwaltung erlassenen Statuten und Anordnungen nach den Protokolien hier wiederzugeben.

Ein kleines Beispiel:

§ 11  Die Freiwillige Feuerwehr besteht aus fünf Abteilungen nämlich

          1. Sicherheitsmannschaft

          2. Spritzenleute

          3. Steiger

          4. Einreißer

          5. Austräger

Jede dieser Abtheilungen steht unter der Leitung eines Führers und das Ganze unter einem Kommandanten."

§ 12  Die Sicherheitsmannschaft theilt sich:

          1. in die Überwachung des ganzen Marktes während eines Brandes

          2. in die Absperrung des Brandplatzes gegen Unbefugt und ungeeignete Einmischung Unberufener

          3. in die Bewachung des geretteten und in Sicherheit gebrachten Eigenthums

          4. in die Herstellung und Aufrechthaltung der nöthigen Beleuchtung bei Brände zur Nachtzeit."

Am Ende der Statuten wurde als letzte Anordnung geschrieben:

"Alle hier festgesetzten Bestimmungen und Einteilungen sind pünktlichst zu befolgen. Diejenigen welche die ihnen aufgetragenen Posten nicht genau oder gar nicht versehen, werden jeder mit einer Strafe zum Besten der Armenkasse belegt."

Die Feuerwehr wurde in folgende Gruppen eingeteilt:

     Spritzenleute und Steiger: 48 Männer

     als Schöpfer zum Füllen der Feuerkufen am Weiher: 8 Männer

     als Rettungsmannschaft (Ausräumer): 18 Männer

     als Feuerläufer: 7 Männer

     zur Bewachung der geretteten Gegenstände: 9 Männer

     als Sicherheitspatrouille: 10 Männer

Umgehend wurde die Wahl der Vorstandschaft vorgenommen und gewählt

     als 1. Vorstand: Thomas Witt,  Maurermeister

     als 2. Vorstand: Johann Körner,  Zimmermeister

     als Cassier: Christoph Stoy,  Sattlermeister

     als Requisitenmeister: Friedrich Braun,  Köhler

     als Sekretär: Erhard Knapp,  Maurergeselle

     als Kommandant: Johann Pöhner

Man hatte nun 100 Mann Feuerwehr und diese schuf sich ihre eigene Ordnung und nannte sie "Disciplinargesetze der Feuerwehr in Heroldsberg"

Dazu aus dem Protokoll einige Sätze:

§ 1 Jedes Mitglied des Feuerwehr - Vereins hat im und außer dem Dienste ein ehrenhaftes, männliches Betragen, inbesondere im Dienste Nüchternheit, Pünktlichlkeit, Ruhe, Ausdauer, Gehorsam und wo es gilt, Muth und Besonnenheit zu zeigen

§ 2 Wegen allen Dienstverhältnissen haben die Vereinsmitglieder sich an ihren nächsten Vorgesetzten zu wenden, allen Anordnungen und Befehlen derselben ohne Verzug Folge zu leisten, im Dienst regelmäßig zu erscheinen und beim ersten Feuersignal sich sofort an den Platz zu ihrer Spritze zu begeben.

§ 3 Die Mitglieder haben im Dienste sich des millitärischen Grußes zu bedienen.

§ 4 Die Uniformen, sowie sämtliche Requisiten sind im guten Stande zu erhalten.

§ 7 Kein Mitglied darf sich bei den Übungen oder Feuerdienste von der Spritze oder überhaupt von seinem Posten ohne Urlaub entfernen, und darf hierbei nicht geraucht werden.

Im Jahre 1896 wurde ene neue Saug- und Druckspritze gekauft. Zur Einweihung wurde ein Vereinsbild angefertigt,

Fortsetzung folgt ! Entnommen aus der Festschrift 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Heroldsberg